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Dienstag, 13. August 2019

Damen Nationalliga B: 4. Runde, 11. August 2019, Erschwil SO

Die Willisauerinnen konnten in der vierten Nationalliga-B-Runde gegen Menznau gewinnen. Aus den beiden Pflichtsiegen gegen Hallau und Täuffelen 2 wurde jedoch nichts – es resultierten zwei Unentschieden.

von Fabienne Mühlemann

Es war das gross erwartete Spiel beim Rückrundenstart in der NLB am vergangenen Sonntag in Erschwil. Das Derby zwischen Willisau und Menznau war nicht nur eine Partie zwischen zwei Ortsnachbarn, sondern auch zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten der Liga. Für beide Teams stand viel auf dem Spiel, da sie um den Aufstieg in die NLA mitreden wollen. Und dementsprechend gross war der Jubel der Willisauerinnen beim Schlusspfiff, als sie nach 40 Minuten mit 13:9 in Führung lagen und damit die wichtigen zwei Punkte einfahren konnten. Mit dem Sieg revanchierten sich die Grafenstädterinnen ausserdem für die 8:9-Pleite gegen Menznau im Mai in der Vorrunde vor heimischen Publikum. „Wir haben eine souveräne Partie gezeigt und unsere Stärken voll ausgespielt“, analysiert STVW-Captain Regula Bosshart.

In der Tat hatten sich die Willisauerinnen spielfreudig gezeigt. Obwohl es der letzte Match des Tages war, mobilisierten alle Spielerinnen nochmals ihre Kräfte und zogen ein hohes Tempo auf. Menznau hielt zu Beginn mit, doch Willisau lieferte eine konzentrierte Leistung und agierte in der Defensive wachsam. Die Offensive war variantenreich – aus allen Lagen wurde getroffen. Zur Pause lag der STVW zwei Längen in Front. Und als nach dem Wiederanpfiff ein paar Würfe das Ziel deutlich verfehlten, blieben die Willisauerinnen locker und überwanden auch diese Phase. Schlussendlich gab es dieses Mal keine nervenaufreibende Schlussphase, wie es bei diesem Derby bisher für gewöhnlich der Fall war. Und dank dem klaren Sieg liegen die Vorteile bei allfälliger Punktegleichheit am Ende der Saison nun bei Willisau, da sie in der direkten Begegnung vorne liegen.

Niederlage gegen den Letzten

Der Sieg gegen Menznau war zwar von grossem Wert, doch er konnte Vorangegangenes nur teilweise wettmachen. Denn gegen Täuffelen 2 (9:9) und Hallau (10:10) resultierten für die Willisauerinnen nur je ein Unentschieden. Gegen den Tabellenletzten und -drittletzten wären zwei Siege einkalkuliert gewesen. Vor allem der Punktverlust gegen Täuffelen war aus Sicht des STVW äusserst ärgerlich. Denn in der ersten Halbzeit war er spielbestimmend, kombinierte in der Offensive erfolgreich und zog klar davon. Das Spiel schien gelaufen und das Team fühlte sich auf der sicheren Seite. Doch im zweiten Umgang musste die Rede des Täuffelen-Coaches die Gegnerinnen wachgerüttelt haben. Denn die Bernerinnen lasen nun die Spielzüge der Willisauerinnen besser und verteidigten dementsprechend breiter. Willisau auf der anderen Seite begann mit dem Schiedsrichter zu hadern, der Täuffelen viele Penaltys zusprach, obwohl die Hinterländerinnen gar nicht verwarnt gewesen waren. Sie haderten aber auch mit sich selber im Angriff und schlossen viele Aktionen mit einem Fehler ab – Schüsse waren Mangelware. Nur zwei Körbe in den zweiten zwanzig Minuten des Spiels reichten am Ende somit nicht für die geplanten zwei Zähler. Und für Captain Bosshart war klar: „Diesen Punkt hätten wir niemals abgeben dürfen.“

Einen Punkt in extremis gerettet

Auch das Unentschieden gegen Hallau war nicht zufriedenstellend. Doch hier konnte Willisau von Glück reden, dass sie die Partie nicht ganz aus den Händen geben mussten. Die Schlussphase hatte es besonders in sich. Der STVW glich kurz vor Spielende zum 9:9 aus. Die Antwort der Schaffhauserinnen kam jedoch prompt. Die Grafenstädterinnen legten per Penalty nochmals zum 10:10 nach. Und im letzten Angriff vergab die grossgewachsene Centerspielerin von Hallau eine Riesenchance unter dem Korb – zum Glück für den STVW. Das Team von Coach Dominik Bühler war den Schaffhauserinnen körperlich klar unterlegen gewesen. Doch mit einer bärenstarken Korbeffizienz zu Beginn der Partie konnte es sich einen Vorteil verschaffen. Diese Pace hielt Willisau aber nicht konstant aufrecht und so nutzte Hallau ihre Grösse zur Aufholjagd. Schlussendlich war eine Punktetrennung wohl korrekt.

Mit den vier Punkten aus der vierten Runde liegt Willisau weiterhin auf Platz drei mit 16 Zählern. Menznau rutscht auf Rang vier ab, da sie Pfyn 7:9 unterlagen. „Die Ausgangslage ist weiterhin gut und der Aufstieg liegt immer noch in Reichweite“, zieht Bosshart ein Fazit. Bereits nächsten Sonntag geht es weiter mit Korbballsport. In Brügg kämpfen die Nati-Teams in der zweitletzten Runde um weitere Punkte.