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Dienstag, 10. September 2019

Damen NLB: 6. Runde, 7. September, Aarwangen

Die Willisauerinnen haben sich am Samstag in der Nationalliga B in der Schlussrunde noch zu Bronze gekämpft. Gleichzeitig heisst das auch, dass sie nächste Saison in der obersten Liga spielen dürfen.

von Fabienne Mühlemann

Drei, zwei, eins: Als das Horn der Spieluhr erklang und das Ende der letzten Partie signalisierte, jubelten die Willisauerinnen. Doch die Stimmung war nicht ausgelassen, denn man war sich nicht ganz sicher: Reichte es nun wirklich zu Bronze in der Nationalliga B? Der STVW hatte in Aarwangen in der Schlussrunde gerade das letzte Spiel gegen Pieterlen gewonnen und somit 21 Punkte auf dem Konto. Doch auch Pfyn und Menznau hatten ebenso viele Zähler. Da die Direktbegegnung bei Punktgleichheit als erstes Kriterium gilt, würden die Willisauerinnen grundsätzlich vor den beiden anderen Teams stehen. Und als die Tabelle aktualisiert wurde, stand es fest: Willisau war tatsächlich drittklassiert. Und da NLB-Meister Urtenen II nicht aufstiegsberechtigt ist, bedeutete dies gleichzeitig den Aufstieg in die oberste Spielklasse. Die Freude über das Erreichte war unendlich.

Schwacher Start in die Schlussrunde

Der Podestplatz kam unerwartet, denn der Spieltag in Aarwangen lief für die Grafenstädterinnen zu Beginn nicht nach Wunsch. Sie hatten sich viel vorgenommen und wollten mit einer Sechserrunde die Chance zum Aufstieg packen. Doch Arbon, welches schlussendlich als Neunter aus der NLB absteigen muss, erwies sich als Knacknuss. Der Start in die Partie gelang den Willisauerinnen noch gut und bis zur Pause zogen sie ihr Spiel nach Plan durch. Doch ein Tief nach dem Wiederanpfiff mit Eigenfehlern und nicht genutzten Chancen brachte das Team aus dem Tritt. Arbon erkannte die Chance und setzte zur Aufholjagd an. Sie versenkten beinahe jeden Schuss, während Willisau vor dem Korb patzte. So drehten die Thurgauerinnen das Skore und konnten am Schluss einen 11:8-Sieg feiern. Und die Luzerner Hinterländerinnen mussten einsehen: Diese Punkte haben sie fahrlässig abgegeben.

Nach dieser unnötigen Niederlage hatte das Team mit der Medaille schon beinahe abgeschlossen. In der Tabelle lag man immer noch auf Rang fünf. Damit war der Druck weg und die Willisauerinnen konnten in der zweiten Partie gegen den Podestkandidaten Pfyn frei und locker aufspielen. Dort schossen sie sich den Frust über die vorherige Niederlage von der Seele. In der Pause lag das Team bereits überragend mit 7:2 in Front. Dies auch dank einer taktisch cleveren Abwehrleistung, mit der man die Spielmacherin mittels Manndeckung aus dem Spiel nahm. In der zweiten Halbzeit nahmen die Willisauerinnen ein wenig Tempo raus. Das rächte sich aber bereits nach Wiederanpfiff, als die Thurgauerinnen gleich doppelt korben konnten. Doch auch dieses Tief überwanden die Grafenstädterinnen und brachten die zwei Punkte schlussendlich mit 10:8 ins Trockene.

Die Hoffnung kam zurück

Nun wagte man doch noch einen Blick auf die Tabelle. Und wie sich herausstellte, lief an diesem Tag einfach alles für die Willisauerinnen. Trotz Fehlstart lag die Medaille noch in Reichweite, weil Pfyn gegen Pieterlen nur einen Punkt holte und Menznau gegen Buchthalen, welches am Ende Silber gewann, nur unentschieden spielte. So lag es vor dem letzten Spiel des Tages noch in den eigenen Händen der Willisauerinnen, sich mit einem Sieg zum Aufsteiger zu krönen. Gegen Pieterlen liessen die Luzerner Hinterländerinnen keine Zweifel offen, wer den Sieg mehr wollte. Die letzten Energien wurden gebündelt und für Coach Dominik Bühler, der zum letzten Mal an der Seitenlinie stand, alles gegeben. Mit der Medaille vor Augen gelangen schöne Körbe und tolle Kombinationen, so dass der 11:7-Sieg am Ende nie gefährdet war.

Es war der Abschluss einer alles in allem durchzogenen Saison. Doch die Willisauerinnen hatten mehrfach bewiesen, dass sie in den richtigen Momenten bereit waren und am Ende dank den guten Resultaten in den Direktbegegnungen mit den Podestanwärtern den Aufstieg verdient hatten. Nach dem Abstieg aus der Nationalliga A in der letzten Saison ist das Willisauer Team also wieder zurück an der nationalen Spitze.