Aktuell

Samstag, 11. Juli 2020

Freitag, 10.07.2020 – Dankeschön im Wandel der Zeit

Am Tag nach dem grossen Fussballklassiker – dem Debakel von Herisau – heisst es für die Kids zum letzten Mal: Ab in die Sportfächer! Am Beispiel Geräteturnen lässt sich gut aufzeigen, dass dabei der Spassfaktor klar im Vordergrund stand, um die riesen Ernüchterung des verlorenen Gladiatorenkampfes gestern Abend beim FVT-Leitersieg im traditionellen, prestigeträchtigen Leitermatch etwas zu verarbeiten. (Bäi se way: Gerne erwähnen wir hier nochmals das glasklare Endresultat (sogar glasklarer als nach einem Waschmaschinen-Spülgang mit einem Calgon-Vanish-Sun-Durgol-Cocktail) von 10:2 (ach, wie gut man dies doch auf der Zunge vergehen lassen kann… 10:2… das schreibt sich so ring…))! A propos Ring: zurück zum Geräteturnen. Wie gesagt, der Spassfaktor war priorisiert, sodass das Niveau einige Höhenmeter einbüsste im Vergleich mit dem Wochenstart. Dies erkennt man exemplarisch auch gut daran, dass der AirTrack mehr ein Steppen-Gelände für springende Kinder-Kängurus als irgendwas anderes war, das mit Geräteturnen zu tun hätte.

Nach einem zünftigen mexikanischen Mittagsmampf – auf dem Menüplan stand heute Fajitas à Discretion – ging es in die genauso so amü(h)sante wie kreativitätsfordernde Nachmittags-Tschällensch. Kaum auszudenken, wie vielfältig Stummtheaterprogramm sein kann, wenn man etwa Hubschrauberpiloten, Pelikane, Eskimos, TikTok-Stars oder – das Interessanteste von allen – Lagerpaare pantomimen soll. Eine weitere Her-cool-es-Aufgabe: Schokoküsse aufzuessen, ohne dabei die zarten Händchen zu benutzen. Schwierig, in humanen Worten zu beschreiben, wie die Endresultate ausgesehen haben. Jedenfalls könnte ein Nicht-Eingeweihter gut und gerne mal auf den glamourös-makaberen Gedanken kommen, dass die Kids einmal ein paar Nachhilfelektionen in Sachen Stuhlgangputz gebrauchen könnten……. ähm ja, Themawechsel.

Am Tag vor der Abreise liess sich auch der Hauswart, der Chef du Halle de Chälbli, nochmals einen kurzen Besuch nicht entgehen. Der Ostschweizer verband sein kurzes Wort zum Freitag über Hygiene und Ordnung mit lobenden ostschweizerischen Dialektsätzen: „D‘Grundhygiene isch z’A und O, da henda wüokli supo gmacht! Da chönnted nu vili en Schiebä abschniida, odo!“

Um auch beim Abschlussabendprogramm weiterhin mit vorbildhaftem Beispiel vorangegangen werden konnte, wurde beschlossen, den Kids während der Disco eine Maskenpflicht aufzusetzen. Es wurde noch darüber diskutiert, ob beim Lawinentanz bei den Lagerpäärli ein rundes Schmützeli-Loch in die Gesichtsmaske eingeschnitten werden soll. Da zudem leider die Discokugel nicht von alleine nach Herisau mitgerollt ist, musste auch hier improvisiert werden: Auf Anfrage schickte uns Sir Edison Glühbirnius höchst persönlich eine 20er-Packung blinkender LED-Stirnlampen, die nun einige glückliche Auserwählte auf dem Tanzparkett tragen durften, um den Effekt der Discokugel auf möglichst unaufwendige Art und Weise zu kompensieren. Ich weiss, schwer vorstellbar, wie ein menschgewordener Gartenzwerg mit Gesichtsmaske und Kopfleuchte aussehen muss. Wir müssen dann aber auch zugeben, dass sich das Leucht-Konstrukt zunehmend als lästig erwies, da beim Paartanz eher eine Schneeblende mitten im Hochsommer erzeugt wurde, als ein Partylaunemacher.

Auch wenn wir am Samstag noch von den Propper-Putzaktionen und der Heimfahrt berichten werden, ist nun ist der Zeitpunkt fürs Dankeschön gekommen. Zufälligerweise fallen genau in diesem Moment als diese Zeilen entstehen, die ersten wirklichen Regentropfen dieser Lagerwoche. Und während der heutigen Verabschiedungen war dann doch auch das eine oder andere Krokodiltränchen zu sehen. Denn in vielen Disziplinen sowie auch der Hauptleitung kommt es auf das nächste Lager zu Stabübergaben. 121 Lagerwochenerfahrung, davon 77 im Leiterteam und 44 als Teilnehmer hängen dieses Jahr die Planungspläne, Ringhandschuhe, Korbbälle, Kohlitöggeli, Schwingbesen, Harzbüchsen, Tastaturen und Nagelschuhe an den Nagel.

Caroline Hodel & Raphael Häfliger als abtretende Hauptleitung, Sara Wiprächtiger, Jacky Hodel, Lea Sägesser, Josef JJ Jans, Lars Limi Limacher, Joni Barmettler, Roman Häfliger, Cenci Lampart und Raphi Bättig danken allen, die in diesen 121 Lagerwochen für all die schönen Momente und unvergesslichen Erinnerungen gesorgt haben. Wir werden diese nie vergessen. Und werden dem Zegilager selbstverständlich verbunden bleiben. Ebenfalls freuen wir uns sehr, dass mit Jan Peter und Nadine Heller zwei topmotivierte bisherige Leiter die neue Hauptleitung bilden werden.

Cenci Lampart und Rafi Bättig danken schliesslich noch seitens Redaktion herzlich der Redaktion selber. Denn ohne sie hätten sie nichts zu tun gehabt. Uns hat ebenfalls die Erfindung der Laptops und der Systemkamera sehr in die Hände gespielt, denn mit Pergament und Atellierstaffelei hätten wir wahrscheinlich die Beherrschung verloren. Uns war es eine Freude, wie ein altes Ehepaar durch die verschiedenen Lagersportstätten zu hetzen und mit Bild und Textualien von unseren tollen Erfahrungen zu berichten. Uns freut es, dass wir bereits dieses Jahr die redaktionelle Nachfolgeplanung mit Nora Meyer und Ramon Marti erfolgreich abschliessen konnten. Wir können es kaum erwarten, in Zukunft über die tollen Zegilagerbilder und den ein oder anderen Schmunzelbericht auf dem Laufenden zu bleiben.

IMPRESSIONEN