Aktuell

Montag, 21. September 2020

Herren 1, 2. Liga: STV Willisau – HC Einsiedeln 30:27 (14:14)

Als vor etwas mehr als sechs Monaten die Handballsaison für das Fanionteam des STV Willisau aufgrund der Corona-Pandemie abrupt abgebrochen wurde, befand sich das Team von Arno Huber auf dem vorletzten Tabellenplatz. 196 Tage nach dem letzten Ernstkampf und der Nicht-Wertung der Saison 19/20 sollten nun in der kommenden Spielzeit viele Dinge anders laufen. Der erste Sieg in der neuen Saison resultierte, wie schon im Vorjahr, gegen den HC Einsiedeln. Dies in der heimischen Hallenbadhalle und vor zahlreich erschienenen Zuschauern, welche das Team trotz Schutzmasken lautstark über die gesamte Spieldauer anfeuerten.

von Nick Schmidiger

Die Ansage vom Trainer-Staff vor dem Spiel war klar: Nach einer intensiven Vorbereitung und zahlreichen guten Testspielen, in denen die Willisauer zu überzeugen wussten, sollte nun zum Meisterschaftsauftakt der erste Heimsieg resultieren. Beim Start der Partie merkte man dem jungen Team die Nervosität förmlich an. Diese hielt fast während der gesamten Dauer des Spiels an. Mit jedem Tor, welches die Grafenstädter erzielten, konnte jedoch ein kleines Stück davon abgeschüttelt werden. Der HC Einsiedeln legte meist vor, doch das Herren-Fanionteam konnte das Score meist postwendend ausgleichen. Keiner der beiden Kontrahenten konnte sich in den ersten 30 Minuten erwähnenswert absetzen. Die in der Vorbereitung einstudierten Spielabläufe und das viel trainierte Entscheidungsverhalten im Angriff zeigte seine Wirkung.

Die Partie war gezeichnet von zahlreichen 2-Minuten-Strafen, welche von den beiden Unparteiischen auf beide Seiten ausgesprochen wurden. Bei jedem Team wurde sieben Mal ein Spieler vom Feld gestellt. Der Deckungsverbund des Heimteams, welche in der vergangenen Saison oftmals eine Stärke der Willisauer war, fand im ersten Durchgang nicht richtig Fuss in der Partie. Zu oft wurde den erfahrenen Spielern aus Einsiedeln im Angriff zu viel Freiraum gelassen. Diese nahmen die Einladung des Heimteams dankend an und konnten so einfache Tore erzielen. Als die Pausensirene beim Zwischenstand von 14:14 ertönte, war klar, dass in dieser Partie noch alles offen war.

Kein Einbruch bei Wiederanpfiff

Trainer Arno Huber forderte von seinen Akteuren, mit mehr Tempo zu spielen. In der ersten Halbzeit habe man sich zu oft am Gegner orientiert und dessen Tempo angenommen. Mit Tempohandball sollten die Einsiedler Spieler mürbegemacht werden und die konditionellen Vorteile des jungen Teams voll genutzt werden.

Nach dem Seitenwechsel starteten die Grafenstädter in Unterzahl in die Partie. In der vergangenen Meisterschaft hatte ein solches Handicap oft zu einem Einbruch des Heimteams geführt. Doch das Fanionteam behielt in dieser Phase der Partie die nötige Cleverness und konnte diese Situation überstehen. Es zeigte sich in Halbzeit Zwei ein ähnliches Bild wie im ersten Durchgang. Die Gäste legten vor, Willisau glich aus. Dieses Bild zeigte sich bis in die 57. Minute, als beim Stand von 27:27 ein Ruck durch die gesamte Mannschaft ging. Stefan Aregger erzielte in der letzten Spielminute mit seinem zehnten Schuss auf das gegnerische Tor sein persönlich zehnter Treffer (!) in der Partie. Nun schnupperten die Willisauer das erste Mal am Sieg. Durch eine weitere Parade vom starken Schlussmann Florian Mehr und einem weiteren schnellen Tor der Grafenstädter war der Auftaktsieg zu Greifen nah. Im letzten Angriff der Willisauer gelang noch ein sehenswertes Kreisanspiel, welches den ersten Sieg in der neuen Saison besiegelte.

Ein verdienter Player of the Game

Verdient wurde Stefan Aregger, der mit seinen zweistellig erzielten Toren einen erheblichen Beitrag zum ersten Willisauer Sieg beisteuerte, nach Ende der Partie zum Man of the Match gewählt. «Er hat heute den nötigen Willen gezeigt und Verantwortung übernommen». So Arno Huber nach dem Spiel. Nun gilt mit gestärktem Selbstvertrauen in die kommenden Spiele zu gehen und zu zeigen das dieser Sieg kein Zufall war.

Willisau Hallenbad – 100 Zuschauer – SR Burdet, Stahel – Strafen: 7x2 Minuten gegen Willisau, 7x2 Minuten (sowie Rote Karte o.B gegen Sutter, 60.) gegen Einsiedeln
Willisau: Mehr / Portmann; Angehrn (1), Aregger (10/3), Grüter Cédric, Grüter Iwan (3), Lienhart (4), Minder (1), Mühle (5), Peter (1), Scherrer (2), Schmidiger (3) – Coaches: Huber, Borer, Moser, Cranz
Einsiedeln: Rüegg (1) / Schönbächler Roger; Beyer (2), Burkard (1), Emanuele, Grisanovs (6), Heinzer, Horat (4), Rothlin, Schönbächler Lukas, Sutter (2/1), Trütsch (2), Tschannen (7/4), Varga (2)

(Archivbild aus der letzten Saison beim Heimspiel gegen den HC Einsiedeln - Foto: Christoph Imseng.)