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Montag, 03. Juli 2017

von Beni Wyss

Ganz ungewohnt startete die diesjährige Velotour aus Anlass des 200-jährigen Bestehen der Erfindung des Velos bei sicherem, heissem Sommerwetter und nicht wie üblich bei unsicherer Witterung. So mussten wir uns den Kick halt auf der Tour holen. Gegen 30 Top-Velocracks starteten kurz vor 19 Uhr in die Tour, welche von uns alles abfordern würde.  Die Strassenfahrer hatten sich sehr schlecht auf das Rennen vorbereitet und anscheinend vergessen, genügend Flüssigkeit aufzunehmen und bei sich zu tragen. Nur so lässt sich erklären, dass sie für diesen kapitalen Fehler bereits nach kurzer Zeit büssen mussten und gegen ihren Willen !! an einem Verpflegungsposten einen (un-) gewollten Halt einlegen mussten.

Wir von der Bike Tour waren da ganz anders unterwegs. Die älteren Fahrer schlugen ein horrendes Tempo an. Allen voran Toni, er war kaum mehr zu erkennen. Hatte er sich allenfalls heimlich in einem FDP-Partei-Trainingslager auf diesen Höhepunkt des Velo-Jahres vorbereitet, es würde sich weisen. Aber auch Benno startete entfesselt. Wir konnten diesen beiden bis ins Hübeli kaum folgen. Während Toni aber beim Aufstieg auf die Gmeinalp für seinen fulminanten Start sehr viel Bussgeld bezahlen musste, so zog Benno das Tempo, wie von Geisterhand gestossen, einfach durch. Wir rätselten alle bis wir sein Bike etwas genauer inspiziert hatten. Aber auch alle anderen Biker zogen Richtung Napf das Tempo mehr und mehr an, als wären sie von etwas getrieben. Erst oben auf der Stächelegg wusste man dann auch wirklich, warum. Die Fliegen verfolgten die schweissgebadeten Fahrer dermassen hartnäckig und für alle sichtbar, dass sie oben deswegen gar von Wanderern laut ausgelacht wurden. Jeder roch in der Folge heimlich an sich, ob die Ausdünstung wirklich dermassen penetrant sein sollte, aber lassen wir das. Auf alle Fälle waren wir alle glücklich, die Anstrengungen einigermassen gut überstanden zu haben. Nach einem Kopftaucher im Brunnentrog genossen wir dann bei einem kurzen Trinkhalt die herrliche Abendstimmung. Nun ging es zügig zurück an den Etappenzielort, Walkimatt.
Dort erwarteten uns alle bereits die fleissigen Tour Helfer mit Köstlichkeiten, wie Erdbeeren aus Grosswangen, Fleisch und Brot aus Daiwil und das herrliche Bier aus Appenzell. Es war uns vergönnt, unter freiem Himmel einen wunderbaren, warmen Spätabend bis weit in die Nacht hinein, zu geniessen. Ich möchte an dieser Stelle allen Helfern ganz herzlich danken, welche zum Gelingen dieses perfekten Abends beigetragen haben, sei es durch Vorbereitungen des Essens und der Getränke, sei es durch Mitbringsel, wie feine Salate, herrliche Desserts, Wein und, und, und. Der obligate Alpenbitter durfte natürlich am Schluss auch nicht fehlen.
Ich denke wir werden auch nächstes Jahr, dann zum Jubiläum des 201. Geburtstages des Fahrrades, erneut eine «Tour de Hinterland» starten.