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Dienstag, 02. April 2019

Auch nach 30 Jahren kein bisschen müde

Urs Amrein ist beim STV Willisau eine Institution. Generationen von Kindern haben seine Zegi-Lektionen durchlaufen. Im Jahr des 150-jährigen Bestehens des STV Willisau feiert auch «Pfusi» ein Jubiläum: Er blickt auf 30 Jahre Leitertätigkeit zurück.

von Lars Limacher

Angefangen hat Urs «Pfusi» Amreins «Karriere» beim STV Willisau schon im Kindesalter. In seinem früheren Wohnquartier in der Bleuenmatt wohnte auch der damalige Zegi-Leiter Franz «Johnny» Huber. Da war es für ihn und die Nachbarskinder fast schon vorgegeben, der Zegi beizutreten. Bereits im Alter von 19 Jahren wurde Urs Amrein von Franz Huber angefragt, ob er sich vorstellen könne, selbst Zegi-Leiter zu werden. «Pfusi» zögerte keinen Moment und sagte zu. «Ich war schon ein bisschen stolz, dass man mir die Leitertätigkeit zutraute», erinnert er sich .

Seither sind 30 Jahre vergangen. In dieser Zeit hat Urs Amrein unzählige Lektionen geleitet, Kindern die abenteuerlichsten Spiele beigebracht und an zahlreichen Anlässen teilgenommen. «Ich bin ein richtiger Vereinsmensch», sagt er. «Die Kollegialität ist etwas Einmaliges; beim Turnen, aber auch während und vor allem nach Helfereinsätzen bei Anlässen.» Der Turnverein spielt eine grosse Rolle in seinem Leben. Ob Korbball, Gymnastik oder in der Fitnessriege: «Pfusi» war und ist neben seiner Leitertätigkeit auch selber sportlich aktiv. «Die Vereinsverantwortlichen schenkten mir oft grosses Vertrauen. Ich durfte die Samichlausaktion durchführen, war in diversen OKs und lernte dadurch, Verantwortung zu übernehmen.» Seine Leitertätigkeit will Urs Amrein weiterführen. «Glücklich und dankbare Kinder sind für mich und meine Kollegen der schönste Lohn.»

Mehr Leiter teilen sich die Arbeit

Wenn Urs Amrein auf seine Anfangszeit als Leiter zurückblickt, stellt er einige Veränderungen fest. «Damals war es normal, mindestens einmal pro Woche ein Training zu leiten. Heute ist die Haltung eher so, maximal einmal in  zwei Wochen ein Training zu leiten. Es gibt aber auch viel mehr Leiterinnen und Leiter als früher, was das Aufteilen der Arbeiten untereinander möglich macht.» Trotz oder gerade wegen der grossen Anzahl Leiter sei es heute schwieriger geworden, Personen zu finden, die alleine Verantwortung übernehmen. Oft werden Ämter zu zweit oder zu dritt ausgeführt.

Auf sportlicher Ebene hat sich ebenfalls einiges getan. Urs Amrein stuft die Kinder von heute und von damals zwar als «gleichermassen talentiert» ein. Doch in der heutigen Generation sei ein starker Wille weniger ausgeprägt.  «Gewisse jammern bereits nach der ersten Liegestütze und geben allgemein früher auf. Dafür sind die Kinder von heute offener und selbstständiger als in früheren Generationen.» Urs Amrein findet es wichtig, dass Kinder Mitglied in einem Verein seien. Hier lernten sie auf freiwillige Art und Weise auf andere Rücksicht zu nehmen, miteinander etwas zu erreichen und schwierige Situationen gemeinsam zu meistern.

Jugendabteilung ist gewachsen

Ein grosser Unterschied im Vergleich zur Zeit als Urs Amrein mit seiner Leitertätigkeit begann, ist grössere Vielfalt innerhalb der Jugendabteilung. Mit der heutigen Grösse und den verschiedenen Riegen sei alles «ein bisschen anonymer» geworden. Jede Riege trainiere separat und an verschiedenen Wochentagen. Das sei früher anders gewesen.

Stichwort Grösse: Obwohl das Angebot an Freizeitgestaltungen für Kinder immer grösser wurde, wuchs auch die Jugendabteilung des STV Willisau in den letzten Jahren stark an. Rund 300 Kinder zählen heute dazu. Zurückzuführen ist das Wachstum auf das breite Angebot. «Unser polysportives Angebot bietet auch für jene Kinder etwas, die sich nicht an Wettkämpfen messen wollen, aber dennoch gerne Teil einer Gruppe sind», hält Amrein fest. Für ihn selbst hatte stets das olympische Motto Gültigkeit: Teilnehmen ist wichtiger als Siegen.

Zum 150-Jahr-Jubiläum wünscht «Pfusi» Amrein dem STV Willisau «viel Begeisterung und Freude». Damit liessen sich auch die Herausforderungen der Zukunft meistern.t.