Das Ende zweier grossartiger Karrieren – Willisauer Bote

*** Bericht des Willisauer Boten, Ausgabe vom 28. März 2025, Autor: Patrik Birrer ***

Mit der Saison 2024/25 gingen am vergangenen Samstag auch zwei eindrückliche Karrieren zu Ende: Céline Stadelmann-Cranz und Denise Egli treten nach 17 respektive 10 Spielzeiten im Frauen-Fanionteam des STV Willisau zurück.

von Patrik Birrer (WB)

Diese Zahlen sind schlicht beeindruckend: Während 17 Saisons (!) lief Céline Stadelmann-Cranz für die 1. Mannschaft des STV Willisau auf. Dabei schoss die Kreisspielerin mehr als 900 Tore. «Diese unglaubliche Vereinstreue ist alles andere als selbstverständlich. Was Céline für unsere Handballerinnen geleistet hat, ist kaum in Worte zu fassen», sagt Andreas Schmidli, Präsident der Handballabteilung des STV Willisau, voller Anerkennung.

Die derart Gelobte blickt in der ihr eigenen bescheidenen Art auf ihre aussergewöhnliche Karriere zurück. «Es war eine wunderschöne Zeit und ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Aber spätestens nach der Geburt unseres Sohnes haben sich die Prioritäten verschoben. Der Aufwand auf diesem Niveau ist nicht zu unterschätzen, die Jungen drücken. Darum ist der Zeitpunkt für den Rücktritt jetzt genau richtig.» Natürlich schwinge auch ein bisschen Wehmut mit. Auf der anderen Seite freue sie sich sehr auf mehr Flexibilität und weniger fixe Termine unter der Woche und an den Wochenenden. Dem STV Willisau bleibe sie auf jeden Fall verbunden. Schon seit zehn Jahren engagiert sich die Willisauerin zusätzlich zu den Trainings und Spielen als Handballerin auch als Co-Leiterin der Zegi. Und sie sei keineswegs abgeneigt, irgendwann einmal vielleicht auch in der Handballabteilung eine Aufgabe zu übernehmen. «Nun geniesst aber zuerst meine Familie Priorität.» Als Highlights ihrer langen und erfolgreichen Karriere bezeichnet die 31-Jährige die beiden Schweizermeistertitel mit den U17-Juniorinnen des STV Willisau 2007 und 2008 sowie den Aufstieg mit dem Fanionteam in die zweithöchste Spielklasse im Jahr 2010. «Daneben gibt es viele unvergessliche Erlebnisse, die ich mit Mannschaftskolleginnen und Vereinsmitgliedern in all den Jahren geniessen durfte.»

Emotionaler Abschluss

Ganz ähnlich wie bei Céline Stadelmann-Cranz präsentiert sich die Situation von Denise Egli. Auch bei der 29-Jährigen haben sich durch die Geburt ihrer Tochter die Prioritäten in jüngster Vergangenheit verschoben. Doch sie habe danach ganz bewusst sehen wollen, ob sie auf Stufe 1. Liga noch mithalten könne. Sie konnte und hätte gerne noch das eine oder andere Jahr länger gespielt. «Aber ich musste einsehen, dass es in der neuen Situation schon sehr viel ist. Umso glücklicher bin ich, dass ich am Samstag einen wunderschönen Abschluss auf dem Feld erleben konnte. Das bedeutet mir sehr viel.» Diese besonderen Momente zusammen mit ihrer langjährigen Teamkollegin Céline Stadelmann-Cranz erleben zu können, habe alles noch spezieller gemacht. «Wir haben lange zusammengespielt und konnten gemeinsam auf dem Spielfeld immer wieder Akzente setzen», so die Rückraumspielerin, die in Oberkirch aufgewachsen ist, heute in Nottwil wohnt und vor zehn Jahren von Spono Nottwil zum STV Willisau wechselte. «Denise war ein absoluter Teamplayer, behielt auch in hektischen Situationen immer die Ruhe und gab ihren Mitspielerinnen Sicherheit. Sie hat Grosses für unseren Verein geleistet», so Andreas Schmidli. Gerade in den letzten Jahren habe sie dank ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle für die vielen jungen Spielerinnen im Fanionteam eingenommen.

Mit Blick in die Zukunft freut sich Denise Egli auf mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden. «Der Handball war seit meiner Kindheit ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben. Deshalb ist der Rücktritt natürlich ein Einschnitt. Aber es ist die richtige Entscheidung und ich freue mich sehr auf den neuen Lebensabschnitt.»

*** Bericht des Willisauer Boten, Ausgabe vom 28. März 2025, Autor: Patrik Birrer ***

Danke für eure tollen Karrieren und die Treue zum STV Willisau, liebe Céline und Denise (Foto vom 22. März 2025, Lars Schwarzentruber)