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Dienstag, 28. Juni 2022

Ein emotionaler Abschied an der Schweizermeisterschaften in Zürich

An den Leichtathletik-Schweizermeisterschaften in Zürich lief Fabienne Müller zu einer neuen persönlichen Bestleistung über 800m und Raphael Huber sprang auf Rang 5. Céline Schwarzentruber bestritt derweil ihren letzten Wettkampf.

Die diesjährigen Aktiv-Schweizermeisterschaften fanden aufgrund der bevorstehenden Welt- und Europameisterschaften sehr früh in der Saison statt. Neben dem Kampf um Medaillen und Bestleistungen ging es am Freitag und Samstag im Zürcher Letzigrund Stadion auch um wichtige Zusatzpunkte für die Weltrangliste. Jene Athletinnen und Athleten, die sich nicht über das Erreichen der vom Verband festgelegten Limiten für die EM und WM qualifizieren können, haben die Möglichkeit, sich über die Weltrangliste für die Teilnahme zu empfehlen. Dementsprechend wertvoll waren die Titel in diesem Jahr, was zu vielen spannenden Entscheidungen führte. Während die Wettkämpfe am Freitag von Regen geprägt waren, herrschte am Samstag Sommerwetter. Eine, die am Freitagabend mit den nassen Bedingungen bestens zurechtkam, war Mujinga Kambundji. Die Bernerin siegte über 100 Meter in 10.89 Sekunden überlegen und verbesserte den Schweizer Rekord, der seit 2021 von Ajla del Ponte gehalten wurde, um eine Hundertstelsekunde, womit die 30-Jährige für die herausragende Leistung der diesjährigen Titelkämpfe besorgt war. Nachdem sie vor einer Woche bereits den Schweizer Rekord über 200 Meter gesenkt hatte, stellte die Hallen-Weltmeisterin ihre gute Form ein weiteres Mal unter Beweis.

Letzter Wettkampf von Céline Schwarzentruber, PB für Fabienne Müller

Ebenfalls über 100 Meter am Start war Céline Schwarzentruber. Die ehemalige Weitsprungspezialistin, welche sich nach einem Ende der Saison 2019 erlittenen Kreuzbandriss auf die Sprintdistanzen konzentriert hatte, schied im Vorlauf mit einer Zeit von 13.09 Sekunden aus. «Die SM in Letzigrund Stadion war für mich ein toller Abschluss als aktive Leichtathletin. Es war sehr emotional und ich habe jede Sekunde genossen. Die Leistung war für einmal Nebensache», so die Willisauerin. Mit Lisa Stöckli und Fabienne Müller waren zwei Athletinnen aus dem WB-Gebiet über 800 Meter am Start. Um in den Final der besten Acht zu laufen, war in den drei Serien ein Rang unter den ersten Zwei gefordert. Zwei weitere Finalplätze wurden den zwei Zeitschnellsten vergeben. In der ersten Serie zeigte Fabienne Müller, welche noch der U18-Kategorie angehört, ein aktives Rennen, welches mit persönlicher Bestzeit von 2:13.30 Minuten belohnt wurde. Damit belegte die junge Oberkircherin in ihrer Serie den sechsten Rang. Die ehemalige Hallen-Schweizermeisterin Lisa Stöckli traf in der dritten Serie unter anderem auf die Nachwuchshoffnung Audrey Werro. In einem taktischen Rennen setzte sich die Junioren-Europameisterin in 2:07.81 souverän durch. Lisa Stöckli, welche sich zurzeit auf die Anwaltsprüfung vorbereitet, erreichte in einer Zeit von 2:14.71 Minuten den vierten Rang. Um sich über die Zeit für den Final zu qualifizieren, hätte sie schneller als 2:09.35 Minuten laufen müssen. «Ich habe alles probiert, um ein gutes Resultat herauszuholen, leider war ich von Anfang an nicht so locker», erklärte Lisa Stöckli, die in der zweiten Saisonhälfte weitere Rennen bestreiten wird. Gross war die Freude über den gelungenen Auftritt im Letzigrund Stadion hingegen bei Fabienne Müller. «Es war eine mega Erfahrung in diesem Stadion zu laufen und es freut mich sehr, dass ich endlich wieder eine Bestzeit laufen konnte. Nun gilt mein Fokus den Nachwuchsschweizermeisterschaften, die Ende August stattfinden.»

Rang fünf für Raphael Huber

Aufgrund einer Operation nicht am Start war Fabian Steffen. Bevor der Grossdietwiler wieder sportliche Ziele ins Visier nehmen kann, steht für ihn die vollständige Genesung im Zentrum. Noch nicht wie gewünscht auf Touren kam in der laufenden Freiluftsaison Raphael Huber. Der Ettiswiler im Dress des STV Willisau bekundete auch in Zürich Mühe und musste sich drei ungültige Versuche notieren lassen. Bei starkem Regen kam er auf eine Weite von 7.12 Meter, womit er den fünften Rang im neunköpfigen Feld belegte. Die Siegesweite von Simon Ehammer, der in Götzis bereits 8.45 Meter weit gesprungen war, betrug 7.81 Meter «Ich bin enttäuscht über meine Leistung, es lief überhaupt nicht wie erwünscht. Nun werde ich eine Woche Pause machen, ehe ich in der zweiten Saisonhälfte noch einmal voll angreifen möchte», so Raphael Huber, der eine persönliche Bestleistung von 7.48 Metern aufweist.