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Freitag, 15. Juli 2022

Tagesbericht vom Freitag, 15.7.2022: Olympioniken, ewige Vizemeister und ein rundum musikalischer Abend

Für die Besetzung der Sportdisziplinen wird nochmals kräftig der Kilbi-Schüttelbecher angelassen. Ein letztes Mal sind die hundert Kinderbeinpaare nämlich heute in den neuerlich gewählten Sportfächern am Tanzen und Sibbeln und Gumpen. Während die Korballerinnen auf dem roten Hartplatz in der hitzigen Savannensonne, ähnlich einem entfiederten Güggeli im Ofen, vor sich hin schmoren, ziehen sich die Natifuger mittlerweile klug in den beschatteten Teil der Giesserparkanlage zurück und üben sich im wörtlichen Sinne im Schattenturnen. Die Handballleiter sind inzwischen derart koordiniert und feuerentfachend bei der Arbeit, dass sie bereits drei Interessentinnen für Schnuppertrainings in der Handballriege gewinnen konnten. (Es ist allerdings zu hoffen, dass sie sich durchaus bewusst sind, dass das Aufstellen in Reih und Glied sortiert nach der Zehennagelgrösse nicht zum ordentlichen Tagesgeschäft der Handballtrainings gehört und daher auch andere Fähigkeiten gefragt sein werden als das Philosophieren über Nagellack und Länge ihrer Zehennägel.) Auch ein letztes Mal im Einsatz waren unsere Hürdengömpeler und Rasentänzeler und Ringschwingeler, während im Polysportler:innen erneut den brennenden Ball entfachten.

Das Fajitas-Gault-Millau-Buffet bezweckt ein Mexikanisches Mäulerstopfen (entschuldigt die etwas prekäre Wortwahl, aber sie beschreibt die engagierten Fingerfertigkeiten der hungrigen Kids aufs Genäuste). Die hundert Bäuche gefüllt mit Guacamole-Salat-Mais-Tomaten-Poulet-Käse-Cocktails werden dann noch zünftig geduscht bei der nachmittägigen Wasserolympiade (zumindest bei den nicht ganz so erfolgreich performenden Olympioniken). Diejenigen, die sich zu wenig abgekühlt fühlen, gönnen sich anschliessend noch eine Ganzkörper-Chlor-Pflege in der Badi Bad Ragaz. Zudem sorgt für ein ausserplanmässiges, aber bei Tschutti-Begeisterten absolut willkommenes Zusatzprogramm der deutsche Bundesligist und ewige Vizemeister Borussia Dortmund. Der BVB hat seine Kaderplanung für die kommende Saison noch nicht vollständig beenden können. Als die Gelbschwarzen vom Jugilager des STV Willisau in Bad Ragaz Wind bekommen haben, haben sie natürlich direkt Lunte gerochen: Mit grossen Hoffnungen haben sie die Carfahrt ins Heidiland auf sich genommen, sich kurzerhand in der Luxus-Unterkunft des Grande Hotel häuslich niedergelassen und während des öffentlichen Trainings heute Nachmittag Ausschau gehalten nach möglichen Kandidaten für die Nachrekrutierung. Nur mit Müh und Not können wir mehrjährige Leihverträge abweisen und die Kids somit vor dem permanenten Gefühl des Zweiten Siegers bewahren.

Für ein letztes Bombenessen sorgten einmal mehr unser absolut geniales siebenköpfiges 5-Sterne-Chochschüben-Team rund um Cook(uk)-Spezialist Rafael Bölsterli. Und nebst der Verdauungstrakt-verwöhnenden Kost konnten auch selten so wenige Essensrestkübel gefüllt werden, was sowohl die strategischen Planungsfähigkeiten des Küsche unterstreicht, als auch die Feststellung, dass den Kids das Essen wohl durchwegs geschmeckt haben muss.

So, und somit nun zum wichtigen Teil des Lagerfreitags: Richtig, der obligate Bunte Abend steht wieder an. Fein und elegant herausgeputzt und gehaarkämmt duellieren sich Mädchen und Jungs in mehreren kreativ-witzigen Spielrunden. Gefordert werden sie etwa beim blinden Schminken des Gegenübers, und ihr ruhiges Händchen ist bei der Kappla-Challenge von Nöten. Eingeläutet jedoch wird der letzte Lagerabend auf musikalische Weise: Kartoffelschnitzkönig «B(r)asil Brighter» und Leertasten-trömmeler mit Sekundäridentität «Ray Martins» geben zu Beginn der Bunten-Abend-Zeremonie ihre Sang- und Klangkünste zum Besten, und auch nach Spielende offerieren die beiden nochmals eine kleine Schallwellen-Hörprobe. Nach dem die Schokomaulecken vom Pancakes-Nachtisch wieder geputzt sind, wird bei der 5-Lieder-Disco noch das Tanzbein geschwungen und die Laylas und Petras in den Bad Ragazzer Nachthimmel geschrien. Beim Lawinentanz jagen erneut die Stimmen des Duos «Raysil» durch die Bose-Lautstärkerboxen – Raysil klingt zwar mehr wie ein feminines Epiliergerät als ein Gesangsduo; allerdings gilt es festzuhalten, dass die Vorbereitungszeit auf den heutigen Premierenauftritt jedoch eher sportlich war (um es mal sportlich auszudrücken) und ein langes Hin- und Her-Hirnen über einen geeigneteren Künstlernamen nicht mehr im Zeitbudget lag. Abwechselnd solistisch sorgen sie mit ihren gecoverten und eigens komponierten Herz-Schmelz-Balladen für leicht erhöhte Blutpump-Frequenzen und geben zum romantischen Paartanz (oder eher Paar-Hin-und-Her-Schwenken) im wahrsten Sinne des Wortes den Takt an.

Details zur wangenerrötenden Tanzstunde werden hier allerdings weggelassen. Während die einen das Open-End-Angebot von «Phippu» Marti ausnutzen wollen, lassen andere sich dann doch gerne auf die Matratze und ins Land der Träume fallen… wer weiss, vielleicht ja noch zurückdenkend an die ein oder andere romantische Tanzminute…

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